Sielhautproben wurden anfangs durch Einstieg in den Kanal und Abwischen der aufgewachsenen Sielhaut von der Kanalwand genommen. Da dies nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich für die Probenehmer war, haben wir uns in Bielefeld sehr bald Gedanken darüber gemacht, wie es möglich ist, Sielhautproben auch von außerhalb des Kanalschachtes nehmen zu können.

Zunächst befestigten wir einen Löffel an einer Stange  und kratzten nachts, bei niedrigem Wasserstand im Kanal, die Sielhaut von der Kanalwand. Dies funktionierte ganz gut und so perfektionierten wir die Methode mit einer Teleskopstange und einem speziell angefertigten Schäufelchen. So haben wir einige Jahre unsere Probenahme durchgeführt und tun das auch heute noch ab und zu, wenn schnelle Ergebnisse gebraucht werden und der Aufwuchs auf einem Sielhautsammler zu lange dauern würde.

Die einfachste Methode ist aber zweifellos das Einhängen eines Aufwuchskörpers aus Sessil, das üblicherweise in Tropfkörperkläranlagen den Bakterien als Grundlage dient. Diese können in den Kanal eingehängt und periodisch oder bei Bedarf "abgeerntet" werden, ohne dass auf den Wasserstand im Kanal Rücksicht genommen werden muss.